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Venture Capital aktuell. Nachrichten rund um das Thema "Beteiligungskapital":


News vom Quelle
Kompetentes Personal gesucht -
Investoren stellen hohe Anforderungen.

20.08.2011

FAZ
Gefragt sind Entwicklungen
nah am Kunden - Normalisierung im Markt, aber wenig Kapital

15.08.2011

FAZ
Deutschland wird als das führende
Land für Clean Technologies gesehen

10.08.2011

FAZ
Ein Plädoyer für europäische Wagniskapitalfonds 09.08.2011 FAZ
Mehr Mut zum Wagnis 25.07.2011 FAZ
Wagnisfinanzierer beklagen Ausstieg der KfW 22.06.2011 FAZ
Finanzinvestoren wollen mehr Geschäft in Deutschland machen 03.03.2011 FAZ
Staat stützt Beteiligungsmarkt 23.11.2010 FAZ 15.01.2011 FAZ
Finanzinvestoren leben in Europa wieder auf 14.01.2011 FAZ
Minderheiten gesucht 07.01.2011 FAZ
Staat stützt Beteiligungsmarkt 23.11.2010 FAZ
BVK: Deutscher Private Equity-Markt kehrt zur Normalität zurück 24.08.2010 BVK
Statistiken verzerren das Bild von Wagniskapitalfonds 05.07.2010 FAZ
Wagniskapital fließt nur als spärlicher Strom 28.05.2010 FAZ
Für eine gute Idee gibt es immer Geld 04.05.2010 Sächsische Zeitung
Auf einen Blick 29.04.2010 FAZ
Geburtshilfekurs 23.04.2010 FAZ
Viel Geld für gute Ideen 28.03.2010 FAZ
Mittelständische Beteiligungsgesellschaften beweisen Stabilität in der Finanz- und Wirtschaftskrise 12.03.2010 BVK


 

 

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Kompetentes Personal gesucht
Investoren stellen hohe Anforderungen.

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Quelle: VentureCapital Magazin 6/2011.

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Gefragt sind Entwicklungen nah am Kunden
Normalisierung im Markt, aber wenig Kapital.

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Quelle: VentureCapital Magazin "Tech-Guide 2011".

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"Deutschland wird als das führende
Land für Clean Technologies gesehen"
Interview mit Dr. Michael Lübbehusen, Managing Partner, und Klaus
Tönnesmann, Investment Director, eCAPITAL entrepreneurial Partners AG

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Quelle: GoingPublic Magazin, Ausgabe: "Cleantech 2011"

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Ein Plädoyer für europäische Wagniskapitalfonds
Studie: Bessere Renditen als die amerikanische Konkurrenz / Venture Capital bevorzugt Internetinvestitionen

hpa. FRANKFURT, 8. August. Ruhig, viel zu ruhig, ist es um die europäische Wagniskapitalbranche geworden, findet Hendrik Brandis. "Viele Investoren sind bis heute der Meinung, dass europäische Venture-Capital-Fonds schlechtere Ergebnisse abliefern als die Amerikaner. Darum schauen sie sich die hiesigen Fonds zum Teil gar nicht erst an", beklagt der Mitgründer der Münchner Wagniskapitalgesellschaft Earlybird.

Zusammen mit seinem Partner Jason Whitmire hat Brandis zumindest im Internet schon für einigen Aufruhr gesorgt. Gemäß einer Zahlenanalyse von Earlybird müssen sich die europäischen Wagnisfinanzierer nämlich keineswegs hinter den selbstbewussten Kollegen aus Boston oder dem Silicon Valley verstecken. Europäische Venture-Capital-Fonds investieren zwar kleinere Summen in weniger prominente Betriebe - aber sie erzielen damit im Schnitt sehr gute Renditen für ihre Investoren, lautet eine Kernbotschaft. "Wir wollen mit dieser Studie Vorurteile aufbrechen und die Grundstimmung gegenüber europäischen Venture-Capital-Fonds verbessern", sagt der Earlybird-Chef. "In Europa sind zwar nicht die meisten, aber dafür einige der erfolgreichsten VC-Fonds weltweit aktiv", ergänzt Whitmire.

Im Netz wird darüber lebhaft debattiert - allerdings reden die Protagonisten auch aneinander vorbei. "Wir empfinden das genauso", lauten die Kommentare aus Europa, während amerikanische Blogger betonen, dass die heimischen Wagnisfonds viel größer und bedeutsamer seien als die europäischen und es in Europa keine Erfolgsgeschichten à la Google, Facebook oder Linkedin gebe. "Solche Leuchtturm-Fälle sind in Europa sehr selten", räumt auch Brandis ein. Entscheidend sei jedoch, dass europäische Wagnisfinanzierer in den beiden vergangenen Jahren für insgesamt 15 Milliarden Dollar Unternehmen verkaufen oder an die Börse bringen konnten. Das war zwar nur die Hälfte des amerikanischen Volumens. Allerdings benötigten die Europäer dafür auch nur ein Fünftel der in Amerika notwendigen Eigenkapitalsumme. Die Europäer, so lässt sich die Studie deuten, investierten "smarter".

Dafür nimmt Earlybird auch in Kauf, dass die Studie den Mangel hat, von einer deutschen Beteiligungsgesellschaft verfasst worden zu sein - was zu kritischen Bemerkungen führt. Auch dass das Zahlenmaterial Anlass zu Fragen gibt, weiß Brandis. Denn längst nicht alle europäischen VC-Fonds publizieren ihre Ergebnisse. Aufgebaut hat Earlybird die Studie auf Basis von Einzeltransaktionen; das Material stammt unter anderem von einer Dow-Jones-Gesellschaft. "Dort werden immerhin 80 Prozent aller globalen Deals erfasst, die von Venture Capital finanziert werden", sagt Brandis.

Selbst wenn es dem Earlybird-Chef gelingen sollte, mit der Studie eine Grundsatzdebatte anzustoßen, wird er ein weiteres Problem damit nicht lösen können. Das Interesse von Wagniskapitalfonds und -finanzierern verlagert sich immer stärker allein auf internetbasierte Dienstleistungen aller Art. Und auf diesem Feld scheinen amerikanische Entrepreneure ihren europäischen Konkurrenten meist mehrere Schritte voraus zu sein. Für kapitalintensive Jungbetriebe aus der deutschen Industrie ist es dagegen schwer, Wagniskapital zu finden.

"Für Venture Capital sind schnell skalierbare Geschäftsmodelle entscheidend, und das geht im Web in der Regel besser", räumt Brandis ein. Das zeigt sich auch am Markt. Im ersten Halbjahr wurden in Europa nach Angaben von
Dow Jones 447 Betriebe von Venture-Capital-Fonds für insgesamt 2,2 Milliarden Euro verkauft - das waren 28 Prozent weniger als im Vorjahr. Internet-Konsumfirmen allerdings waren die Stars: ihr Verkaufsgesamtwert von 629 Millionen Euro bedeutete eine Steigerung um 150 Prozent.


Quelle: FAZ vom 09. August 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Mehr Mut zum Wagnis
Der deutsche Hightech-Gründerfonds, so sehr er auch von allen gelobt wird, reicht nicht aus.

hpa. FRANKFURT, 25. Juli. Jungunternehmer, die hierzulande Geldgeber suchen, müssen nicht gleich verzweifeln. Für gute Ideen findet sich in aller Regel auch Startkapital. Aber ein wenig neidisch auf die Rivalen insbesondere in Amerika können sie schon sein. Privates Eigenkapital in Form einer Wagnisfinanzierung, das sogenannte Venture Capital, hat in den Vereinigten Staaten nicht nur eine deutlich längere Tradition als in Deutschland, es fließt auch viel reichlicher. Im Schnitt wird von Wagniskapitalfonds hierzulande jedes Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag in Betriebe investiert, die der Gründungsphase mehr oder weniger entwachsen sind - in Amerika sind es jährlich Milliardensummen.

Noch krasser ist der Unterschied bei den von Venture-Capital-Fonds eingesammelten Mitteln. Da die Vereinigten Staaten die deutlich größere Volkswirtschaft sind, ist ein gewisser Unterschied im Wagniskapitalgeschäft normal. Außerdem werden in Deutschland viele gute Geschäftsideen in mittelständischen Betrieben entwickelt oder Jungunternehmen von Mittelständlern übernommen. Aber für ein Hochtechnologieland wie Deutschland ist ein so kümmerlicher Wagnisfinanzierungsmarkt ein Armutszeugnis - und eine Wachstumsbremse für neue Technologien.

Woran es in Deutschland nach Aussage aller Marktteilnehmer am wenigsten fehlt, sind Jungunternehmen mit Geschäftsideen. Manager von VC-Fonds berichten, dass sie unter einer Fülle von kapitalsuchenden Betrieben auswählen können. Aber: Es gibt zu wenige dieser Wagniskapitalfonds, zu wenige Fondsmanager, die das durchaus mühsame Geschäft beherrschen, und zu wenige - insbesondere deutsche - Investoren. Gerne wird darauf verwiesen, dass die Amerikaner, die insbesondere in der Technologieregion Silicon Valley über eine Fülle von Wagniskapital verfügen, 40 Jahre Vorsprung haben und eine blühende "Venture-Szene" Zeit benötige, um Netzwerke aufzubauen. Doch Zeit allein wird den Mangel in Deutschland nicht verringern.

In Amerika sind es vor allem Pensionskassen oder große Stiftungen, die einen Teil ihrer Mittel in Wagniskapitalfonds stecken - mit unterschiedlichem wirtschaftlichen Erfolg. Hierzulande sind die größten institutionellen Anleger die
Versicherer. Deren Anlagepolitik lässt für Wagniskapital aber kaum Spielraum, und die künftigen Aufsichtsregeln werden dies noch verstärken. In Frankreich gibt der Staat großen institutionellen Investoren und auch Privatanlegern
steuerliche Anreize für die Geldanlage in heimische Venture-Capital-Gesellschaften. Das mag nicht die allerbeste Idee sein, zumal französische Wagniskapitalfonds mit diesem Geld immer häufiger auch in Deutschland auf
Unternehmenssuche gehen. Aber es zeigt, dass die Politik sich etwas überlegen muss, wie sie großen deutschen Investoren das Wagniskapitalgeschäft schmackhaft machen kann, sollte sie ihre Bekenntnisse zur Förderung von
Jungunternehmen ernst meinen. Der deutsche Hightech-Gründerfonds, so sehr er auch von allen gelobt wird, reicht
nicht aus.

Eine ganz andere Frage ist, wie man für mehr deutsche Venture-Capital-Gesellschaften sorgen kann, deren Fondsmanager das Geschäft auch wirklich verstehen. Im Augenblick ist ihre Zahl erschreckend gering. Zudem war die
Rendite vieler deutscher Wagniskapitalfonds bislang alles andere als berauschend. Das ist zum Teil auch noch die Spätfolge jener verheerenden Internetblase aus den späten neunziger Jahren, als auch hierzulande die Blütenträume der "New Economy" reiften und Wagniskapital für kurze Zeit mehr als genug vorhanden war. Investoren, die sich damals die Finger verbrannt haben, sind heute noch zurückhaltend, und Fondsmanager, die seinerzeit schon im Geschäft waren, kämpfen immer noch gegen ein schlechtes Renommee an.

Auf die Schnelle lässt sich dieses Problem nicht lösen. Hilfreich wäre jedoch, Finanzinvestoren nicht mehr allesamt über einen Kamm zu scheren. Wagnisfinanzierer sind keine Heuschrecken, sie arbeiten nur mit Eigenkapital ohne Bankkredite. Eine gute Chance dazu wurde jüngst allerdings vertan, als in Brüssel eine neue Regulierung ersonnen wurde und Venture Capital dabei mit Übernahmefonds und hochspekulativen Hedgefonds in einen Topf geworfen wurden. So ruht die Hoffnung, dass der deutsche Markt doch noch deutlich größer werden könnte, auf zwei anderen Gruppen. Zum einen scheinen große Konzerne das Geschäftsfeld Corporate Venture Capital allmählich wiederzuentdecken; das eine oder andere Unternehmen hat Wagniskapitalfonds aufgelegt, die den Zugang zu neuen Technologien frühzeitig sichern sollen.

Noch wichtiger könnten allerdings wohlhabende Privatpersonen werden, die häufig über sogenannte "Family Offices" viel Geld anlegen und oftmals selbst traditionsreiche Unternehmen besitzen. Sie wissen um die Bedeutung von jungen Betrieben, kennen auch die Risiken, die mit neuen Geschäftsideen verbunden sind. Im klassischen Beteiligungsgeschäft mit kleineren Mittelständlern sind diese Investoren schon gut vertreten. Mehr Mut zur
Wagnisfinanzierung wäre ihnen zu wünschen.


Quelle: FAZ vom 25. Juli 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Wagnisfinanzierer beklagen Ausstieg der KfW
Förderbank setzt auf eigenen Fonds für Jungunternehmen
 
hpa. FRANKFURT, 21. Juni. Die staatliche KfW-Bankengruppe hat den Auftrag, junge Unternehmen finanziell zu unterstützen. Aber bedeutet das zugleich, dass die Förderbank auch den deutschen Wagniskapitalgesellschaften unter die Arme greifen soll? Jahrelang war die KfW für die wenigen hiesigen Wagnisfinanzierer einer der wichtigen Investoren. Mit den Zusagen der Staatsbank (im Einzelfall auch zweistellige Millionenbeträge) ließ sich so mancher Fondstopf gut füllen, zudem konnten vor allem in Asien leichter Geldgeber gewonnen werden, wenn ein Fonds das Siegel "sponsored by KfW" trug.

Doch inzwischen hat die Förderbank beschlossen, diese Investitionen zu stoppen und die Finanzierung von Jungunternehmen allein auf den staatlichen High-Tech-Gründerfonds und den eigenen ERP-Startfonds zu konzentrieren. Beide hätten sich sehr bewährt, weshalb der nächste ERP-Startfonds auch auf 250 Millionen Euro aufgestockt wird, heißt es. "Für uns steht die Förderung von jungen Unternehmen im Vordergrund. Dafür wurde der ERP-Startfonds gegründet, der gemeinsam mit Wagniskapitalgesellschaften in Unternehmen investiert", sagt KfW-Direktor Albrecht Deißner. Die Bank könne aber nicht auf Dauer einen Markt unterstützen, der sich nicht von selbst trägt, heißt es. Und der deutsche Wagniskapitalmarkt ist bis heute nie richtig auf die Beine gekommen. Zudem hat die Förderbank mit ihren Investments in diese Fonds wohl häufig Geld verloren. Das zeige, wie riskant das Geschäft mit der Finanzierung von Jungunternehmen sei, heißt es.

Die Wagnisfinanzierungsgesellschaften empfinden den Ausstieg der KfW als herben Schlag. Denn sie leiden seit dem Platzen der Internetblase nach 2000 chronisch unter einem Mangel an Investoren. Pensionskassen, Versicherungen oder große Stiftungen, die hohe Summen in Wagniskapitalfonds investieren, gibt es hierzulande nicht - anders als etwa in Amerika. Lediglich rund 350 Millionen Euro konnten die deutschen Fonds im vergangenen Jahr neu einwerben. Ihre amerikanischen Rivalen kamen dagegen auf 12,3 Milliarden Dollar an frischem Kapital. "In Deutschland sind die benötigten Kapitalstöcke für Venture Capital nicht vorhanden, daher ist es für die Fonds extrem wichtig, bei internationalen Anlegern Geld einwerben zu können", sagt Hanns Ostmeier, der Präsident des deutschen Branchenverbands der Beteiligungsgesellschaften (BVK). "Die KfW leistete dabei als Ankerinvestor eine Orientierungsfunktion für andere Anleger", betont er.

In der Hoffnung, den verantwortlichen KfW-Vorstand Axel Nawrath noch einmal umstimmen zu können, haben einige große deutsche Wagnisfinanzierungsgesellschaften (Earlybird, Target Partners, Wellington Partners) nun einen Brief an die Förderbank verfasst, in dem sie auf ihre missliche Situation und die weiteren Schwierigkeiten in der Investorensuche hinweisen. Als Kompromiss könnte sich die KfW künftig ja auch mit kleineren Summen an den Wagniskapitalfonds beteiligen, heißt es in der Branche. "Auch ein geringeres Engagement würde helfen, wichtig ist, dass die KfW weiter mit an Bord bleibt", sagt Ostmeier. Wenn die Förderbank dagegen Wagniskapital nur über die staatlichen Vehikel bereitstellt, dann werden damit zwar auch junge Unternehmen finanziert, räumt ein langjähriger Branchenfachmann ein. "Aber damit kommt kein einziger ausländischer Investor zusätzlich nach Deutschland", urteilt er.
 
 
Quelle: FAZ vom 22. Juni 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Verband rechnet mit mehr Minderheitsbeteiligungen
Finanzinvestoren wollen mehr Geschäft in Deutschland machen
 
hpa. BERLIN, 2. März. Unter Finanzinvestoren (Private Equity) gilt Deutschland derzeit als eines der spannendsten Länder überhaupt, mit vielen attraktiven Unternehmen, die man gerne kaufen würde. Doch eine deutliche Belebung des Beteiligungsmarktes wie in Amerika oder Großbritannien lässt hierzulande noch auf sich warten. Immerhin wurden im vergangenen Jahr von in- und ausländischen Private-Equity-Gesellschaften insgesamt 4,4 Milliarden Euro in Deutschland investiert und damit fast 60 Prozent mehr als im Vorjahr. "Aber dieser steile Anstieg erfolgte vor allem, weil 2009 so schwach war", räumte Hanns Ostmeier, der Präsident des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK), auf der Jahrespressekonferenz in Berlin ein. Vom Rekordjahr 2007, als Finanzinvestoren hierzulande knapp 10,6 Milliarden Euro in Unternehmenskäufe steckten, ist die Branche noch weit entfernt. "Allerdings waren das damals außergewöhnliche Marktbedingungen. Dagegen sehen wir jetzt ein nachhaltiges Wachstum", betonte Ostmeier. Die Zahl der übernommenen Unternehmen stieg 2010 um knapp 9 Prozent auf 1309. Laut einer Umfrage unter den BVK-Mitgliedern rechnen gut drei Viertel in diesem Jahr mit einer leichten oder deutlichen Zunahme ihrer inländischen Investitionen. Geprägt wird das Geschehen wohl weiterhin von Transaktionen zwischen Finanzinvestitionen, erwartet werden aber auch wieder mehr Übernahmen etwa von Konzernsparten und auch deutlich mehr Minderheitsbeteiligungen. Das Private-Equity-Geschäft in Deutschland sei traditionell geprägt von Investitionen in kleinere und mittelgroße Unternehmen, und der Mittelstand werde verstärkt Kapital nachfragen, weil die Banken als Finanzierer nicht mehr im gleichen Maß zur Verfügung stünden wie vor der Finanzkrise, sagte Ostmeier. Schon 2010 stieg das Volumen dieser Finanzierungen um mehr als das Doppelte auf 1,26 Milliarden Euro an. Eine Transaktion wie die Beteiligung des amerikanischen Private-Equity-Fonds KKR am Getränke- und Duftstoffhersteller Wild-Gruppe habe Signalwirkung. "Viele große Private-Equity-Manager holen sich derzeit die Erlaubnis von ihren Investoren, auch Minderheitsbeteiligungen eingehen zu dürfen", erläuterte der Verbandspräsident.

Große Sorgen bereitet dem BVK dagegen die andauernde Dürre auf dem Feld der Wagnisfinanzierungen (Venture Capital) in Deutschland. Im Jahr 2010 investierten Wagniskapitalfonds nur 654 Millionen Euro in deutsche Jungunternehmen - ein minimaler Zuwachs gegenüber dem Vorjahr. Und die Branche meidet dabei zunehmend die frühe Finanzierung und fokussiert sich auf Unternehmen, die schon eine Zeit lang am Markt sind. Die echte Frühphasenfinanzierung ging 2010 dagegen um 11 Prozent auf 370 Millionen Euro zurück. "Das bedauern wir sehr", sagte die BVK-Geschäftsführerin Dörte Höppner. Der Verband will nun im Zuge der weiteren Verhandlungen über die Regulierung der Branche erreichen, dass kleinen Wagniskapitalfonds in ganz Europa das Leben erleichtert wird. Die jüngst von der EU verabschiedete Richtlinie AIFM muss in den kommenden zwei Jahren in nationales Recht umgesetzt werden, und der deutsche Verband plädiert dafür, Wagniskapitalgeber dabei von manchen Vorschriften auszunehmen, ihnen aber dennoch das AIFM-Sigel zu gewähren, damit sie insbesondere bei amerikanischen Pensionskassen und Versichern neue Mittel einwerben können.

Quelle: FAZ vom 02. März 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Wagniskapitalgeber wittern Morgenluft
Venture-Capital-Fonds finden wieder mehr Abnehmer für Jungunternehmen / Investoren bleiben Mangelware

FRANKFURT, 15. Januar 2011. Es beginnt mit einer Geschäftsidee und ein paar Büro- oder Garagenräumen und endet in der Idealvorstellung Jahre später mit einem rauschenden Börsengang. Menschen, die einen solchen Traum und auch Pläne zur Verwirklichung haben, gibt es auch in Deutschland genug. "Der Unternehmergeist nimmt wieder deutlich zu", sagt Hendrik Brandis, Mitgründer der Münchner Wagniskapitalgesellschaft Earlybird. Schon seit 2007, also auch durch die Finanzkrise hindurch, sei die Zahl der Kapital suchenden Jungunternehmen mit neuen, guten Ideen kontinuierlich gestiegen, bestätigt sein Branchenkollege Olaf Jacobi, Partner der Wagniskapitalgesellschaft Target Partners.

Und eine Anschubfinanzierung erhalten viele Gründer auch - nicht zuletzt dank des staatlichen High-Tech-Gründerfonds. Aber danach, wenn ein Jungunternehmen ein paar Millionen Euro benötigen würde, um zum entscheidenden Wachstumssprung anzusetzen, herrscht schon seit Jahren eine ausgeprägte Dürre. "Es fehlt an den Wagniskapitalgebern, der Markt ist und bleibt hierzulande ausgetrocknet", bedauert Brandis. Während in Amerika Quartal für Quartal mehr als 1 Milliarde Dollar in sogenannte "Venture-Capital-Deals" fließen, waren es in Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2010 zusammen nur 400 Millionen Euro. "Die Branche ist hier deutlich jünger, es fehlen die ganzen Netzwerke, die in Amerika über Jahrzehnte aufgebaut wurden", erläutert Jacobi.

Damit das Geschäft der Wagnisfinanzierer funktionieren kann, müssen - neben einer ausreichenden Zahl an attraktiv erscheinenden Jungfirmen - zwei weitere Gruppen aktiv sein: Investoren, die den Wagniskapitalfonds Geld geben, sowie größere Industrieunternehmen, die auf der Suche nach Übernahmezielen sind. An beiden hat es lange gemangelt, nun aber hoffen die Wagnisfinanzierer zumindest an der einen Front auf bessere Zeiten. Schon 2010 konnten deutsche Venture-Capital-Fonds einige ihrer Beteiligungen wieder für attraktive Preise an Industriekonzerne veräußern - hervorgehoben wird etwa der Verkauf von Core Optics an den amerikanischen Netzwerkkonzern Cisco für rund 100 Millionen Dollar. "Es ist echte Morgenluft erkennbar", sagt Christian Claussen, der das deutsche Wagniskapitalteam der französischen Bank Crédit Agricole leitet.

"In den großen Technologiekonzernen hat sich seit 2008 ein Innovationsvakuum gebildet, daher schauen sie nun wieder nach Übernahmemöglichkeiten unter Jungfirmen", ergänzt Jacobi. Die großen Technologiekonzerne dieser Welt sitzen zum Teil auf Milliardensummen in ihren Kassen und wollen diese auch ausgeben. "Wir hängen von den Zyklen im Technologiebereich ab, und da sieht es im Augenblick ganz gut aus. Es ist viel los auf dem Markt für Übernahmen, auch in Europa", sagt Claussen.

Allerdings steigen auch die Anforderungen der Käufer aus der Industrie an die Arbeit der Wagnisfinanzierer. "Je reifer eine bestimmte Technologiebranche ist, desto reifer müssen auch die jungen Unternehmen sein, bevor sie veräußert werden können", erläutert Helmut Schühsler, Geschäftsführer von TVM Capital. Das heißt aber, dass die Wagnisfinanzierer in der Tendenz länger in einem Unternehmen investiert bleiben und mehr Mittel hineinstecken müssen - was letztendlich die Renditeaussichten schmälert. "Venture Capital bleibt ein schwieriges Feld", schränkt Schühsler daher ein.

Diese Zwänge, so heißt es in der Branche, gelten allerdings besonders für die Finanzierer von Biotech- und Pharmajungfirmen wie TVM, weil dort zum Beispiel die Entwicklung eines neuen Medikaments schon sehr weit vorangeschritten sein muss, bevor ein Pharmakonzern eine Übernahme anstrebt. "Die Life-Science-Branchen sind sehr kapitalintensiv", sagt Claussen.

In der Finanzierung von Internetunternehmen gelte dagegen, dass kleinere Millionensummen ausreichen müssen, um zu zeigen, ob ein Geschäftsmodell eine Zukunft hat oder nicht. 5 bis 10 Millionen Euro Investitionssumme müssen über einen Zeitraum von einigen Jahren reichen. "Aber solche Unternehmen gibt es ausreichend, auch in Europa", betont Claussen. Olaf Jacobi sieht sie zum Beispiel in den Branchen Energieeffizienz, "social games" für Mobilfunk und Softwareentwicklung. "Gerade deutsche Softwareentwickler haben in Amerika einen guten Ruf, weil ihre Software tatsächlich funktioniert", sagt er.

Was es dagegen nicht genügend gibt, sind große institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen, die ihr Geld den Wagniskapitalfonds anvertrauen. Das hängt noch immer mit dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 zusammen, die vielen großen Hoffnungen im deutschen Venture-Capital-Geschäft ein jähes Ende bereitet hat. "Die Branche hat seit 2000 ein Problem, Erträge zu erwirtschaften, die aus Sicht der Investoren hoch genug sind, um das Anlagerisiko zu rechtfertigen", sagt TVM-Chef Schühsler. Dem sollte nun allerdings entgegenstehen, dass sich die Wagniskapitalfonds in der jüngsten Finanzkrise weit stabiler gehalten haben als die klassischen Beteiligungsfonds (Private Equity), weil sie die Jungunternehmen traditionell nur mit Eigenkapital finanzieren und keine Schulden aufnehmen, sagt Hendrik Brandis.

Doch viele Versicherungen scheuen auch den Verwaltungsaufwand, kleinere Millionenbeträge in Wagniskapitalfonds zu stecken. Und durch die nun anstehenden, verschärften Eigenkapitalvorschriften für Versicherer (Solvency II) werde sich dieser Engpass noch verschärfen, heißt es in der Branche. "Aber wir brauchen gerade die deutschen Großanleger als Referenzkunden, wenn wir im Ausland auf Investorensuche gehen", sagt der Earlybird-Gründer. Leicht wird das Geschäft der Wagnisfinanzierer also auch in Zukunft wohl nicht werden. "Aber wir machen auch weiterhin die Frühphasenfinanzierung, weil wir fest daran glauben, dass es genügend Innovationen gibt, die gefördert werden sollten", bekräftigt TVM-Chef Schühsler.

 

Quelle: FAZ vom 15. Januar 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Finanzinvestoren leben in Europa wieder auf
 Frankfurt, 14. Januar 2011. Die Zählweisen im europäischen Beteiligungsgeschäft unterscheiden sich zum Teil deutlich, unterm Strich sagen alle Statistiken aber dasselbe aus: Die europäische Private-Equity-Branche ist im vergangenen Jahr insbesondere in Großbritannien, aber auch in Frankreich schon wieder spürbar aufgelebt. "Die Zahl der Transaktionen und deren Wert hat sich 2010 deutlich erhöht, das deutet auf den Beginn einer andauernden Markterholung hin", kommentierte Peter Hammermann, Co-Chef von Barclays Private Equity, das Geschehen. In Deutschland dagegen haben sich Finanzinvestoren 2010 ähnlich schwergetan wie im Vorjahr.

Laut einer Untersuchung des britischen Forschungshauses Centre for Management Buy-out Research wurden im vergangenen Jahr von Finanzinvestoren in Europa insgesamt 505 Übernahmen (plus 17 Prozent) im Gesamtwert von 49 Milliarden Euro durchgeführt - gut das Zweieinhalbfache des Wertes aus dem Flautejahr 2009 (18,3 Milliarden Euro). Dabei spielte Großbritannien eine überragende Rolle: Hier wurden für rund 21 Milliarden Euro Unternehmen gekauft. In Deutschland belebte sich das Geschäft der Finanzinvestoren zwar ebenfalls. 2009 hatten Private-Equity-Häuser nach dieser Statistik hierzulande lediglich 1,9 Milliarden Euro für Zukäufe ausgegeben, im vergangenen Jahr waren es wieder 4,5 Milliarden Euro. Damit verbuchte die größte Volkswirtschaft Europas auf dem Private-Equity-Markt aber nur einen Anteil von 9 Prozent. In Deutschland wurden zumeist auch nur kleinere Transaktionen registriert, während in Gesamteuropa wieder 25 Übernahmen mit einem Wert von jeweils mehr als 500 Millionen Euro durchgeführt wurden - ein Drittel davon in Großbritannien.

Der britische Informationsdienst Unquote hat in seiner Marktstudie ein Anwachsen des europäischen Private-Equity-Geschehens 2010 auf 63,2 Milliarden Euro ermittelt. In Deutschland seien von Finanzinvestoren 4,8 Milliarden Euro ausgegeben worden. Der Informationsdienst Preqin wiederum kommt für Europa auf ein Marktvolumen von 68,1 Milliarden Dollar. Die Differenzen beruhen auf unterschiedlichen Zählweisen - zum Beispiel, ob eine Übernahme schon bei ihrer Ankündigung in die Statistik einfließt oder erst bei ihrem Vollzug.

 

Quelle: FAZ vom 14. Januar 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Minderheiten gesucht 
Frankfurt, 07. Januar 2011. Finanzinvestoren scheuen Minderheitsbeteiligungen wie der Teufel das Weihwasser. Nur eine Handvoll Beteiligungsgesellschaften wagt es überhaupt, sich an Unternehmen zu beteiligen, ohne dabei die volle Kontrolle zu übernehmen. Den selbstbewussten Private-Equity-Managern fällt es schwer zu akzeptieren, dass sie in einem solchen Unternehmen nicht das Sagen haben. Und sie fürchten, durchaus zu Recht, dass es im Lauf der Jahre zum Streit kommt - spätestens wenn der Weiterverkauf ansteht. Dennoch wäre es für alle Beteiligten gut, wenn es mehr Gesellschaften wie DZ Equity Partner oder Hannover Finanz gäbe, die ganz bewusst Minderheitsbeteiligungen erwerben und sich damit als Zwischenfinanzierer und Wachstumshelfer für etablierte Betriebe positionieren. Nicht, weil sie immer eine bessere Arbeit machen als die klassischen Private-Equity-Häuser. Vor einer solchen Schlussfolgerung müsste die gesamte Branche erst noch viel transparenter werden. Aber Käufe von Minderheitsbeteiligungen sind ein probater Weg, um den deutschen Mittelstand allmählich für das Kapital der Finanzinvestoren zu öffnen. Umdenken müssen also nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Private-Equity-Manager.
 

Quelle: FAZ vom 07. Januar 2011. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Staat stützt Beteiligungsmarkt
Frankfurt, 23. November. Als Folge der jüngsten Finanzkrise hat die Bedeutung des öffentlichen Sektors in Deutschland zur Finanzierung von Unternehmensgründungen zugenommen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München, in welcher der Beteiligungsmarkt in Deutschland in den Jahren 2007 bis 2009 analysiert wird. Demnach ist der Anteil des öffentlichen Sektors an den Finanzierungen von Beteiligungsgesellschaften zwar mit ungefähr 23 Prozent ungefähr konstant geblieben. „Es ist allerdings eine starke Verschiebung der relativen Bedeutung des öffentlichen Sektors als Refinanzierungsquelle von der Spät- bis hin zur Frühphase festzustellen“, schreiben die Autoren der Studie, wobei mit Frühphase die Periode gemeint ist, in der ein neues Unternehmen aufgebaut wird und auf den Markt kommt.
Die öffentliche Förderung solcher Projekte habe so „erheblich zur Marktstabilisierung“ während der Hochphase der Finanz- und Wirtschaftskrise beigetragen. Als nach dem Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 die Krise eskalierte, brach auch das Engagement der privaten Beteiligungsgesellschaften ein, weil diese viele Übernahmen mit einem hohen Anteil an Krediten finanzierten, die ihnen dann nicht mehr gewährt wurden. So waren die Bruttoinvestitionen von Beteiligungsgesellschaften in Deutschland von rund 7 Milliarden Euro in den Jahren 2007 und 2008 auf etwas mehr als 2 Milliarden Euro im vergangenen Jahr gesunken. Und auch beim Einwerben von Investorengeld waren die Beteiligungsgesellschaften hierzulande im vergangenen Jahr weniger erfolgreich, als ihnen insgesamt rund 1,2 Milliarden Euro zuflossen. Im Jahr 2007 waren es noch etwas mehr als 5,6 Milliarden Euro – was der höchste Jahreswert für die deutsche Beteiligungsbranche ist.

Nach Ansicht der Autoren der Studie ist der deutsche Beteiligungsmarkt ungeachtet der jüngsten Finanzkrise reifer geworden. Mehr als die Hälfte aller Gesellschaften sei mittlerweile zehn Jahre alt oder älter. Außerdem sei die Zahl sogenannter Investment-Professionals als Eigentümer der Gesellschaften gestiegen. Der Anteil der Banken, Versicherer und Industrieunternehmen ist dagegen geringer geworden. Damit habe sich der deutsche Markt den Verhältnissen auf den angelsächsischen Märkten, die älter sind, angenähert

 

Quelle: FAZ vom 23. November 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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BVK

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Deutscher Private Equity-Markt kehrt zur Normalität zurück
 
Im ersten Halbjahr 2010 erreichten die Private Equity-Investitionen in Deutschland 2.243 Mio. €. Damit wurden die Investitionen des Vorjahreszeitraums (699 Mio. €) mehr als verdreifacht und die Gesamtinvestitionen von 2009 (2.738 Mio. €) fast erreicht. Alle drei Marktbereiche (Venture Capital, Minderheitsbeteiligungen, Buy-Outs) konnten zum Teil deutlich zulegen. Damit hat sich die bereits im zweiten Halbjahr 2009 begonnene Erholung der Branche weiter stabilisiert. Im zweiten Quartal 2010 beliefen sich die Investitionen in Deutschland auf 673 Mio. €. Dies geht aus der heute vom Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) veröffentlichten Statistik für den deutschen Private Equity-Markt im zweiten Quartal 2010 hervor. Angesichts des bisherigen Jahresverlaufs ist davon auszugehen, dass schon im dritten Quartal die Gesamtinvestitionen des Jahres 2009 übertroffen werden.

Die Auswirkungen der Finanz-und Wirtschaftskrise werden die Private Equity-Aktivitäten noch länger bestimmen, aber die in den zurückliegenden vier Quartalen zu beobachtende stabile Erholung belegt die anhaltende Rückkehr zur Normalität - also eine nachhaltige Markterholung und keine Wiederholung der Übertreibungen des Jahres 2008. Zwar wurde das Ergebnis des ersten Quartals (1.569 Mio. €) nicht erreicht, das des Vorjahresquartals (353 Mio. €) aber annähernd verdoppelt. Der Investitionsrückgang im abgelaufenen Quartal ist dabei kein Rückschlag für den Markt. Denn während im Vorquartal noch zwei große Transaktionen zum positiven Ergebnis beitrugen und zusammen rund zwei Drittel der Investitionen ausmachten, gab es im zweiten Quartal keine Transaktionen von vergleichbarer Größe.

Die Hälfte der Gesamtinvestitionen entfiel im abgelaufenen Quartal auf Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs). Mit 333 Mio. € blieben sie zwar deutlich hinter dem Vorquartalsergebnis (797 Mio. €) zurück, dieses war jedoch von einer sehr großen Transaktion dominiert. Dagegen stiegen die Venture Capital-Investitionen trotz eines Rückgangs der finanzierten Unternehmen kräftig - von 134 Mio. € auf nun 163 Mio. €. Dies ist insbesondere auf ein Plus bei den Start up-Finanzierungen zurückzuführen. Mit Ausnahme des letzten Quartals 2009 erreichte das Venture Capital-Segment damit das beste Ergebnis seit Jahresbeginn 2009.

Im bisherigen Jahresverlauf verzeichnen alle drei Marktbereiche Zuwächse gegenüber 2009. Die Venture Capital-Investitionen lagen mit insgesamt 297 Mio. € zwar nur minimal über dem Vorjahresergebnis (293 Mio. €). Allerdings war hier die Korrektur im Jahr 2009 auch weniger stark als etwa im Buy-Out-Bereich. Deutlichere Investitionsanstiege gab es dagegen bei den Buy-Outs von 205 Mio. € auf 1.130 Mio. € und den Minderheitsbeteiligungen (Growth, Turnaround, Replacement) von 202 Mio. € auf 816 Mio. €.

"Beteiligungsgesellschaften unterstützen mit ihrem Kapital den Aufschwung in Deutschland", so Dörte Höppner, Geschäftsführerin des BVK. Allein für Investitionen in deutsche mittelständische und große Unternehmen stehen laut einer BVK-Befragung seiner Mitglieder fast 33 Mrd. € zur Verfügung, davon 4 Mrd. € für Wachstumsfinanzierungen bei mittelständischen Unternehmen und 29 Mrd. € für Mehrheitsübernahmen (Buy-Outs), etwa im Zuge von Nachfolgeregelungen im Mittelstand oder der Begleitung von Konzernteilen in die Unabhängigkeit. Dieses Angebot an langfristigem Investitionskapital trifft in Deutschland auf eine steigende Nachfrage seitens der Unternehmen. "Für viele Unternehmen kann Beteiligungskapital in der aktuellen Situation ein entscheidender Wachstumstreiber sein", so Höppner.

Chart: Vierteljährliche Investitionen in Deutschland

Das Chart zeigt die vierteljährlichen Private Equity-Investitionen in Deutschland (Marktstatistik) seit 2008 unabhängig von der Herkunft der investierenden Beteiligungsgesellschaft. Für die vorhergehenden Jahre liegen keine Daten vor. Daten unterliegen fortlaufender Aktualisierung und können von früheren Auswertungen abweichen. Datenstand: August 2010
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Vierteljährliche Investitionen in Deutschland
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Quelle: BVK vom 24. August 2010. Alle Rechte vorbehalten.

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Faz Archiv

Besser als ihr Ruf
Statistiken verzerren das Bild von Wagniskapitalfonds

hpa. FRANKFURT, 4. Juli. Geld ist knapp - zumindest wenn man es für Wagniskapitalfonds (Venture-Capital) in Deutschland benötigt. Seit Jahren schon machen institutionelle Investoren einen großen Bogen um diese Fonds, aus denen Jungunternehmen finanziert werden, nachdem sie sich während der Neue-Markt-Krise kräftig die Finger damit verbrannt haben. "90 Prozent der Pensionsfonds oder Versicherungen sind nicht bereit, über ein Investment in deutsche Wagniskapitalfonds überhaupt nachzudenken", sagt Hendrik Brandis, Geschäftsführer der Münchener Venture-Capital-Gesellschaft Earlybird.

Wenn ein Großanleger überhaupt seine Kasse für Wagniskapitalfonds öffnet, dann fließen die Mittel zum größten Teil nach Amerika. Dort säßen nicht nur die erfolgreicheren Gründer - als Paradebeispiel wird meist Google genannt - sondern auch die besseren Fondsmanager, heißt es regelmäßig. Das erste Argument, widerspricht Brandis, sei jedoch nirgends belegt, "Amerika ist nicht systematisch innovativer als Europa." Was die Erfolge der Wagniskapitalfonds angeht, haben Europas Marktteilnehmer auf den ersten Blick allerdings tatsächlich keine guten Karten. Die wenigen vorhandenen Statistiken besagen, dass mit europäischen Wagniskapitalfonds in den vergangenen Jahren allenfalls magere einstellige Renditen erzielt wurden, viele sogar im Minus lagen, während die amerikanischen Wettbewerber die eingesammelten Mittel prozentual deutlich zweistellig mehren konnten.

Diese Aussagen basieren nach Ansicht von Brandis allerdings auf Prämissen, die ein falsches Bild der Branche zeichnen. Denn zum einen würden in den Statistiken rund 80 Prozent der europäischen Wagniskapitalfonds überhaupt nicht erfasst, weil sie ihre erzielten Renditen (die "performance") nicht preisgeben, erläutert er. Und die vorhandenen Daten stammten zu einem großen Teil von Gesellschaften, deren erste Fonds zu Zeiten des Neuen Marktes aufgelegt wurden und die jetzt ihre Portfolios nur noch abwickelten, aber nicht mehr aktiv im Markt unterwegs seien. "Daher weiß man eigentlich gar nicht, welche Ergebnisse die europäische Venture-Capital-Branche wirklich abliefert", sagt der Earlybird-Mitgründer.

Um den Investoren wenigstens ein bisschen mehr Appetit auf das Wagniskapitalgeschäft in Deutschland zu machen, stellt Brandis daher eine andere Statistik vor. In einer Studie des britischen Analysehauses Prequin, die dieser Zeitung vorliegt, wurden nur solche amerikanischen und europäischen Gesellschaften berücksichtigt, die seit 2006 noch einen neuen Fonds aufgelegt haben. Und unter diesem Blickwinkel schneiden die Europäer besser ab als ihre Konkurrenten: Sie kommen - bei einem geringeren Risikoprofil - auf eine interne Verzinsung des eingesetzten Kapitals von rund 7 Prozent, während jenseits des Atlantiks nur rund 6 Prozent erreicht werden.

Dieser Befund sei aufgrund der Marktsituation schlüssig, argumentiert Brandis. Denn in Europa gebe es zuhauf Jungunternehmen auf der Suche nach Wagniskapital, daher könnten sich die wenigen Fonds die besten Gelegenheiten vergleichsweise günstig herauspicken. In den Vereinigten Staaten dagegen herrscht um die vermeintlich besten Start-up-Firmen ein wesentlich heftigerer Kampf der Investoren - das treibt die Preise tendenziell nach oben und schmälert die Rendite.

Ob Brandis und der europäische Fachverband EVCA mit dieser Argumentation künftig mehr Gehühr bei ihren Geldgebern finden werden, ist völlig offen. In Amerika wurden die ersten Wagniskapitalfonds direkt nach dem Zweiten Weltkrieg gestartet, in Deutschland dagegen erst Mitte der achtziger Jahre. "Das Ökosystem für Venture-Capital, die Netzwerke und Informationskanäle, sind in den Vereinigten Staaten viel weiter entwickelt", sagt Olaf Jacobi, Partner der Münchner Wagniskapitalgesellschaft Target Partners. Als Beispiel nennt er die amerikanischen Universitäten, wo sich erfolgreiche Entrepreneure regelmäßig den Studenten präsentieren und als Vorbilder sowohl für andere Jungunternehmer als auch für Investoren wirkten. Einen solchen Vorsprung aufzuholen werde noch viele Jahre dauern, sagt Jacobi.

Hinzu kommt, dass die europäische Venture-Capital-Branche einräumen muss, gar nicht genug erfahrene Fondsmanager für den Fall parat zu haben, dass Geld plötzlich wieder kräftiger fließt. Und zu den Zeiten der Glücksritter des Neuen Marktes will niemand mehr zurück. Allerdings: Doppelt so viel Kapital zu verwalten wie derzeit - 2009 sammelten die deutschen Venture-Capital-Fonds lediglich 261 Millionen Euro an neuen Mitteln ein - wäre für die Branche kein Problem, betont Brandis. "Wir könnten auch doppelt so viel Geld in vielversprechende Jungunternehmen investieren wie bislang", argumentiert er. Damit wäre man vom amerikanischen Markt - mit 15,4 Milliarden Dollar Mittelzufluss im vergangenen Jahr - zwar noch immer weit entfernt. "Aber die Chancen für gute Wagniskapitalinvestments sind in Europa viel besser als allgemein wahrgenommen", resümiert der Earlybird-Gründer.

Quelle: FAZ vom 05. Juli 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Beteiligungsbranche fürchtet Brüsseler Richtlinie
Wagniskapital fließt nur als spärlicher Strom


hpa. FRANKFURT, 27. Mai. Privates Wagniskapital für junge Unternehmen aufzutreiben ist in Deutschland eine besonders mühsame Aufgabe. Lediglich 261 Millionen Euro konnten die hiesigen Wagniskapitalfonds im Jahr 2009 an neuen Mitteln bei den Investoren rund um den Globus einsammeln - ein Klacks im Vergleich zu den Beträgen, die in Amerika (15,4 Milliarden Dollar) oder auch in Frankreich (727 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt wurden. Die Stimmung in der deutschen Venture-Capital-Branche ist denn auch spürbar zurückhaltender als bei den "großen Geschwistern" aus dem klassischen Beteiligungsgeschäft (Private Equity). "Hemmschuh bleibt, dass die Wagnisfinanzierer weiterhin große Probleme bei der Einwerbung von Fondsmitteln haben", erläutert Norbert Irsch, der Chefvolkswirt der KfW-Bankengruppe. Die Lage habe sich in diesem Jahr eher noch verschlechtert, weil insbesondere Versicherungen und Pensionsfonds noch zögerlicher mit Investments in Wagnisfonds geworden seien, heißt es in der Branche.

Noch weiter verschärfen könnte sich das Problem, wenn die derzeit heftig debattierte Richtlinie zur Regulierung von Hedge-Fonds und Private-Equity-Gesellschaften (AIFM) nicht in letzter Minute noch wesentlich abgeändert wird. Augenblicklich streiten sich die Brüsseler Kommission, der Ministerrat und das Europaparlament noch um die endgültige Fassung. Die entscheidenden Gespräche sollen Anfang kommender Woche beginnen, so dass die Richtlinie bis August vorliegen könnte. Allen Entwürfen sei bislang gemein, dass sie das Wagniskapitalgeschäft unangemessen stark belasten und damit noch weniger attraktiv machen würden, klagen die Fondsmanager.

Brüssel müsse aufpassen, "dass man der enorm wichtigen Kapitalquelle Venture Capital nicht durch eine unangemessene Regulierung den Hahn abdreht", formuliert es Dörte Höppner, die Geschäftsführerin des deutschen Branchenverbands BVK. Dabei will zumindest das Parlament den Wagnisfinanzierern ein Stück weit entgegenkommen. Die Anforderung, künftig alle Bilanzen durch einen weiteren, externen Wirtschaftsprüfer bewerten zu lassen, soll für Venture Capital ebenso wenig gelten wie die Vorschrift einer unabhängigen Depotbank, sagt Uli Fricke, die Mitgründerin der Wagniskapitalgesellschaft Triangle Ventures.

Doch es bleiben andere große Baustellen. Etwa die geplante Drittstaatenregelung, wonach ausländische Fonds in Europa im Grunde nur noch dann aktiv sein dürfen, wenn sie sich der hiesigen Regulierung unterwerfen. Das, so fürchtet man, werde auch die wichtigen Investoren aus Amerika abschrecken.

Aber es sind vor allem die angedachten Berichtspflichten für alle Portfolio-Unternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern, die der Branche sauer aufstoßen. Offengelegt werden müssten dann sowohl Geschäftszahlen als auch zum Beispiel Forschungspläne - nicht nur den jeweiligen Geldgebern, sondern auch den Regulierungsbehörden und den eigenen Mitarbeitern. "Das würde die Wettbewerbslandschaft verschieben. Unternehmen, die sich im Besitz von Banken oder Familienvermögen befinden, haben keine solche Berichtspflichten", moniert Fricke. Viele Jungunternehmen haben zu Beginn zwar nur eine Handvoll Mitarbeiter. "Aber wir wollen ja Wachstum finanzieren, und nach einigen Jahren haben viele Betriebe diese Mitarbeiterzahl erreicht", sagt Fricke.

In der Folge drohe, dass die besten und innovativsten Jungunternehmen ihre Kapitalgeber vermehrt im außereuropäischen Ausland suchen werden, ergänzt Hendrik Brandis, Geschäftsführer der Wagniskapitalgesellschaft Earlybird. "Das hat viel mit der Psychologie von Unternehmensgründern zu tun, die eine ungeheure Sorge vor der Veröffentlichung ihrer Ideen haben", erläutert er. Selbst wenn die drohenden AIFM-Berichtspflichten sich in der Praxis als gar nicht so schwerwiegend erweisen würden, am Ende könnten für die hiesigen Wagnisfinanzierer unter den interessanten Jungunternehmen "nur die weniger aussichtsreichen übrig bleiben", warnt Brandis. Die Branche fordert daher, dass die Schwelle, ab welcher die Berichtspflichten gelten, auf 250 Mitarbeiter erhöht wird.

Hinzu kommt, dass die neuen Berichtspflichten ebenso wie einige andere Vorgaben der AIFM-Richtlinie den Wagniskapitalgesellschaften deutlich mehr Bürokratie und damit auch Kosten aufbürden würden. "Das erhöht die Fixkosten für jede einzelne Transaktion und schafft insbesondere in der Frühphasenfinanzierung wirkliche Probleme", sagt Hansjörg Sage, Partner der belgischen Beteiligungsgesellschaft Gimv. "Viele außereuropäischen Staaten erleichtern Wagniskapitalgesellschaften das Leben, daher sollte Europa es ihnen nicht erschweren", resümiert Sage. (Kommentar, Seite 20)


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Quelle: FAZ vom 28. Mai 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Saechsische Zeitung

Für eine gute Idee gibt es immer Geld
4. Mai 2010, Sächsische Zeitung. Der Risikokapitalgeber Paul-Josef Patt muss sich für ein lohnendes Investment etwa 100 Firmen ansehen. Die SZ sprach mit ihm.
Unter dem Vorzeichen der einsetzenden Erholung der Wirtschaft trafen sich vorige Woche rund 150 junge Unternehmen mit Kapitalbedarf und 250 potenzielle Investoren beim 14. Deutschen Eigenkapitalforum in Dresden. Die von der KfW Bankengruppe und der Deutschen Börse organisierte Veranstaltung gilt als führender Markt zur Eigenkapitalfinanzierung in Europa. Bislang fand jedes zweite beteiligte Unternehmen binnen eines Jahres einen Partner. Am Rand des Forums sprach die SZ mit Paul-Josef Patt, Vorstandschef der eCapital AG, über die Krise und ihre Auswirkungen auf die Gründerszene.

Herr Patt, die Krise ist offenbar in der Venture-Capital-Branche angekommen. 2009 haben sich die Wagniskapital-Investitionen in Deutschland halbiert. Schlechte Zeiten für Gründer?
Diese Medaille hat ja zwei Seiten: Auch für uns als Wagniskapital-Geber ist das Einsammeln von Investorengeldern, das Fundraising, schwieriger geworden. Salopp gesagt: Wir müssen ebenso gründlich Klinken putzen wie Firmengründer auf Kapitalsuche. Aber wirklich gebremst hat das unser Engagement nicht. Ich sehe in der derzeitigen Situation eher die Chancen – auch und gerade für Gründer.

Inwiefern?
Erstens: Viel schlimmer kann es nicht mehr kommen. Und zweitens haben sich auf dem Markt mittlerweile sehr vernünftige Bewertungsmaßstäbe durchgesetzt. Es wird längst nicht mehr mit Geld um sich geschmissen. Aber die Deals, die Venture-Capital-Investoren eingehen, sind für alle Beteiligten fair. Die Qualität ist gestiegen.

Wenn die Deals denn stattfinden. Auf dem Dresdner Eigenkapitalforum haben Sie von sechs neuen Investments berichtet – bei gut 1 000 Anfragen. Ist das nicht ein Widerspruch?
Das ist kein Widerspruch, sondern aus meiner Sicht noch eine recht normale Quote. Die Faustregel lautet, dass Sie sich als Investor mindestens 100 Unternehmen anschauen müssen, um eines zu finden, das ein Engagement lohnt.

Worauf schauen Sie da als erstes? Hat sich in der Krise der Blick verändert?
Die Grundsätze des Herangehens haben sich nicht verändert. Wie bei Immobilien im Grunde nur die Lage zählt, ist bei Unternehmensgründungen und jungen Firmen nach wie vor das Management-Team der entscheidende Faktor. Eine Strategie ist schließlich einfacher zu verändern als Menschen.

Welche Branchen sind denn gefragt und welche weniger?
Natürlich träumt jeder Investor vom „Rocket-Science-Investment“, das mit Hightech raketengleich abhebt und hohe Renditen bringt. Ich bin aber überzeugt: Für eine gute Idee gibt es immer Geld. Das kann auch eine innovative Dienstleistung sein, die eine Marktlücke schließt.

Zum Beispiel?
Wir haben unseren Investitionsschwerpunkt auf Branchen mit möglichst großer Wachstumsdynamik gelegt, also CleanTech, Informationstechnologie, Neue Materialien und Optische Technologien. Gleichzeitig sind wir aber auch an einem Unternehmen in Halle beteiligt, das Kommissioniersysteme für Apotheken entwickelt und produziert. Der Gründer hat bei seiner Freundin gesehen, dass viele Apotheken Probleme mit der rationellen Lagerung von Kleinprodukten unterschiedlichster Menge, Vielfalt und Komplexität haben. Das ist im Grunde klassischer Anlagenbau.

Auf dem Eigenkapitalforum hieß es, auch die Gründer seien sehr zurückhaltend geworden.
Das kann ich nur bedingt bestätigen. Möglicherweise halten sich einige potenzielle Gründer, die direkt aus dem Studium kommen, gerade zurück. Dafür gibt es auf der anderen Seite etliche Initiativen und Anfragen von gestandenen Managern, die in der Krise aus Großkonzernen kommen und etwas Eigenes aufbauen wollen. Aus Investorensicht sind gerade eine Menge guter Leute und guter Ideen zu guten Konditionen am Markt.

Das heißt, der Markt wird wieder interessanter?
Schon der Finanz-Guru André Kostolany hat gesagt, man solle „investieren, wenn die Kanonen donnern“. Insofern stehen die Zeichen eher auf Erholung.

Ihr Unternehmen ist auch im Raum Dresden stark investiert. Was spricht für den Standort?
Aus meiner Sicht gibt es hier eine sehr lebendige Gründerszene und eine gute Vernetzung zwischen Unternehmen und renommierten Forschungsinstitutionen. Davon haben sowohl die Heliatek, ein Spezialist für organische Fotovoltaik, als auch die Novaled, die spezielle Materialien für organische Leuchtdioden herstellt, profitiert.

Das Gespräch führte Lars Radau.

Quelle: 4. Mai 2010, Sächsische Zeitung. Alle Rechte vorbehalten.

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Auf einen Blick !
An Förderprogrammen, Initiativen, Plattformen und Wettbewerben für Gründer mangelt es hierzulande nicht. Im Vorteil ist, wer sich schnell einen überblick und Orientierung verschafft. Denn nicht alle Angebote sind für jeden geeignet. Eine Übersicht über die wichtigsten Programme und Wettbewerbe für Gründungswillige.

Gründerland Deutschland
Den Unternehmergeist fördern, die Lust auf Selbständigkeit entfachen: Das ist Ziel der im Januar gestarteten Initiative "Gründerland Deutschland" des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Schwerpunkte sind die Themen Gründerkultur, Ausbildung, Innovation sowie Unternehmensnachfolge. Die in enger Partnerschaft mit der Wirtschaft entwickelte Initiative baut etwa Gründungsinitiativen an Schulen aus und stellt kostenlos Lehrmaterialien zur Verfügung. Außerdem plant das BMWi vom 15. bis 21. November eine Gründerwoche Deutschland mit bundesweiten Veranstaltungen und Events im Rahmen der internationalen "Global Entrepreneurship Week". Das Programm "Zweite Chance" richtet sich ausschließlich an insolvente Gründer. Sie sollen durch eine kürzere Frist zur Restschuldbefreiung schneller die Chance für einen neuen Anlauf erhalten.

www.bmwi.de

Gründungsstarter
Die meisten Gründer stehen vor einem gemeinsamen Problem: Wie bloß den überblick über alle relevanten Daten und Rechtsvorschriften behalten, die es unbedingt einzuhalten gilt? Die Lösung liegt nah: Viele Gründer engagieren einen Berater, stehen nun aber vor einem weiteren Problem: Wie sollen sie kompetente Experten von weniger fähigen Beratern unterscheiden? Unterstützung bietet die von der KfW geförderte Online-Plattform gruendungsstarter.de. In einem ersten Schritt registrieren sich dort Existenzgründer und Jungunternehmer, bevor sie ihre Gründungsdaten eingeben und eine Reihe von Fragen zu ihrem Gründungsvorhaben beantworten. Aus einer Trefferliste wählen sich die Gründer dann maximal drei Berater aus, die die eingegebenen Gründungsdaten per E-Mail zugeschickt bekommen. Sofern ein Berater an der Anfrage interessiert ist, erstellt er ein Beratungsergebnis, das umfassende Infos zu allen relevanten Rechtsvorschriften sowie eine To-do-Liste enthält.

www.gruendungsstarter.de

Deutscher Gründerpreis
410 000 deutsche Unternehmer wagten 2009 den Weg in die Selbständigkeit - gegenüber 2008 ist die Zahl um knapp 3 Prozent gestiegen. Zahlreiche Wettbewerbe tragen dazu bei, ein solch positives Gründungsklima in Deutschland zu fördern und Gründungswilligen Mut zu machen. Eine der bedeutendsten Auszeichnungen ist der Deutsche Gründerpreis. Er zeichnet vorbildhafte Leistungen aus, die innovativen und tragfähigen Geschäftsideen den Weg bereiten. Vom Schülerplanspiel über die Kategorien Start-up und Aufsteiger bis hin zum Lebenswerk: Was für die Juroren zählt, ist der Vorbildcharakter der Unternehmensleistung.

www.deutscher-gruenderpreis.de

Gründerinitiativen Sachsen
Den Gründergeist an sächsischen Universitäten und in außeruniversitären Forschungseinrichtungen fördert unter anderem das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Dafür wurde 2008 das Programm "Gründerinitiativen" aufgelegt. Die bisher entstandenen vier Initiativen Dresden exists, Smile (Leipzig), Saxeed (Chemnitz) und die Gründerakademie (Zittau) tragen zur Verbesserung des Gründungsklimas bei.

http://www.smwa.sachsen.de

Jugend gründet
Gut geplant ist halb gewonnen - unter diesem Motto simulieren Schüler und Auszubildende bei "Jugend gründet" alle Phasen einer Unternehmensentwicklung - und zwar spielerisch. Bei dem bundesweiten Onlinewettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung erstellen sie in der ersten Wettbewerbsphase zunächst einen soliden Businessplan für eine innovative Produkt-, Handels- oder Dienstleistungsidee. In der sogenannten Planspielphase simulieren sie dann die ersten acht Jahre der Unternehmensentwicklung mit virtuellen Computergegnern als Konkurrenten.

www.jugend-gruendet.de

Best Excellence
Orientierungslosigkeit, Unsicherheit, Informationsmangel: Das sind drei von vielen Hürden, die Gründer auf dem Weg zum eigenen Unternehmen überwinden müssen. Eine umfassende Unterstützung bietet hier die Gründungsinitiative Best Excellence. Und zwar nicht nur bis zum Markteintritt, sondern sogar bis zur erfolgreichen Marktetablierung. Der Gründer durchläuft dabei einen fünfstufigen Prozess von der Idee über die Businessplan-Phase bis hin zum Markterfolg. Veranstaltungen und Workshops stärken währenddessen seine Kompetenz. Leitfäden, Checklisten und gezielte Coachings geben ihm Orientierung und Sicherheit.

www.best-excellence.de

start2grow
"Jede Idee verdient eine Chance!" - unter diesem Motto begleitet der start2grow-Wettbewerb Gründer aus ganz Deutschland auf dem Weg in die Selbständigkeit. Ziel ist es, sie dabei zu unterstützen, ihre Geschäftsidee schnell und fundiert umzusetzen. Der Wettbewerb steht Teilnehmern aus allen Branchen offen. Schwerpunkte bilden die Informationstechnologien sowie die neuen Technologien, also etwa die Mikro-/und Nano- oder die Bio- und die Effizienztechnologie. Wer mitmachen möchte, braucht zunächst nur eins: eine erste Idee für ein innovatives Produkt oder eine Dienstleistung. Rund ein halbes Jahr haben die Teilnehmer dann Zeit, ihre Ideen in tragfähige Konzepte umzusetzen. Auf die Gewinner warten hohe Preisgelder sowie Sonder- und Sachpreise.

www.start2grow.de

VDG
Ob auf Landes- oder Bundesebene: In vielen Regionen Deutschlands finden Jungunternehmer Unterstützung für ihr Gründungsvorhaben. Einige dieser Initiativen haben sich 2004 im Verband Deutscher Gründungsinitiativen (VDG) zusammengeschlossen, dem heute mehr als 50 Mitgliedsorganisationen angehören. In dem Verband entwickeln die Initiativen einerseits ihre eigenen Förderangebote weiter, indem sie den Diskussionsprozess vorantreiben, Qualitätsstandards formulieren, innovative Ansätze verbreiten und voneinander lernen. Andererseits bündelt der VDG als Dachorganisation die Interessen der Gründungsinitiativen, der Klein- sowie Kleinstgründer/innen und vertritt sie nach außen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit.

www.vdg-forum.de

Step Award
Zukunftsbranchen wie Pharma, Chemie, Life Science, Bio-/Nanotechnologie, Medizintechnik und Greentech sind Wachstumsbranchen. Der von Infraserv Höchst und dem F.A.Z.-Institut initiierte Step Award hat das Ziel, Unternehmen aus diesen Branchen in der Wachstumsphase wichtige Impulse für ihre erfolgreiche Entwicklung zu geben. Der Gesamtsieger erhält einen Preis im Wert von 100 000 Euro. Die Hälfte davon als Geldpreis, 50 000 Euro als Servicepaket. Darin enthalten sind unter anderem Strategie- und Rechtsberatungen, ein Versicherungs-Check sowie Einbindung in Marketing und Kommunikation. Vier weitere Auszeichnungen werden in den Kategorien "Markt/Kunde", "Produkt/Technologie", "Prozesse" und "Finanzen" vergeben. Die nächste Bewerbungsphase startet Anfang Mai.

www.step-award.de

futureSax
über 230 Unternehmensgründungen und mehr als 2850 Beschäftigte: Das sind die Kennzahlen des sächsischen Gründernetzwerks futureSax. Mit Hilfe eines dreistufigen Businessplan-Wettbewerbs, kostenfreien Seminaren und einem großen Netzwerk unterstützt futureSax Jungunternehmer in ihrem Gründungsvorhaben. Die Ideenvielfalt der aktuellen Preisträger des Businessplan-Wettbewerbs ist groß: Sie reicht vom neuartigen Wundpflaster zur Behandlung von Hornhautverletzungen am Auge über ein spielerisches Sehtraining zur computergestützten Behandlung schielender Kinder sowie eine neuartige Sensortechnik zur Fruchtbarkeitsanalyse bis hin zu ultraleichten und funktionalen Pappmöbelstücken für Studenten und Geschäftskunden. Finanziert wird das Netzwerk vom Freistaat Sachsen sowie 21 Industrie- und Kapitalgebern.

www.futuresax.de

EAH
Anträge zu späten Nachtzeiten stellen, ohne dabei vor die Haustür gehen zu müssen: Das ermöglicht das 2009 gestartete Online-Portal "Einheitlicher Ansprechpartner Hessen" (EAH). Um welches Gründungsvorhaben es sich auch handelt: Verschiedenste Start-ups können ihre Anliegen nun online abwickeln. Der EAH informiert auf seiner Website über die Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltungen, berät Antragsteller und bietet eine Online-Plattform an, auf der Anträge im gewerblichen Umfeld elektronisch gestellt werden können. All diese Verfahren werden zentral koordiniert, an die zuständigen Städte, Gemeinden sowie bei Bedarf an Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer weitergeleitet. Der "Einheitliche Ansprechpartner" stellt dem Antragsteller dann automatisch die fertige Genehmigung oder Ablehnung zu.

www.eah.hessen.de

Science4Life
Eine gute Idee allein garantiert weder Geld noch Erfolg. Vielmehr besteht das Fundament eines aufstrebenden Unternehmens aus zwei weiteren Komponenten: einem zukunftsfähigen Marktsegment und dem zielgerichteten Unternehmergeist der Gründer. Ein guter Businessplan verbindet diese drei Säulen zu einer Basis für die unternehmerische Zukunft. Der Science4Life Venture Cup der Gründungsinitiative Science4Life unterstützt Start-ups dabei, den eigenen Businessplan zu erstellen, und schult sie darin, potentielle Kunden, Investoren, Mitarbeiter und Kooperationspartner von dem eigenen Geschäftskonzept zu überzeugen. Die vom Land Hessen und dem Pharmakonzern Sanofi-Aventis gegründete Initiative richtet sich an die Branchen Life Sciences und Chemie.

www.science4life.de

Exist
Exist, ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, hat ein großes Ziel: die Zahl technologie- und wissensbasierter Unternehmensgründungen zu steigern. Dahin sollen drei Säulen führen: Exist III fördert Projekte von Hochschulen und außeruniversitären öffentlichen Forschungseinrichtungen, die ein Qualifizierungs- und Unterstützungsangebot für wissenschaftsorientierte Gründungen aufbauen. Das Exist-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventen und Wissenschaftler dabei, individuelle technologieorientierte Gründungsvorhaben vorzubereiten. Die letzte Säule bildet der Exist-Forschungstransfer, der sowohl Entwicklungsarbeiten, die die technische Machbarkeit einer forschungsbasierten Gründungsidee nachweisen, als auch notwendige Vorbereitungen für den Unternehmensstart fördert.

www.exist.de

"Unternimm was"
Innovationen sind für die Hightech-Branche essentiell. Um die Innovationskraft der Branche zu stärken und Arbeitsplätze zu schaffen, hat Microsoft 2005 die Gründerinitiative "unternimm was" ins Leben gerufen. Sie begleitet Start-ups aus der Hightech-Branche auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Unternehmen. Ausgewählte junge Unternehmen fördert die Initiative jeweils mindestens ein Jahr lang durch eine intensive Betreuung. Microsoft-Spezialisten unterstützen die Start-ups bei der technologischen Weiterentwicklung ihrer Produkte. Gemeinsam mit den Experten bringen die Unternehmen so ihre Lösungen schneller auf den Markt.

www.microsoft.com/germany/gruender/

Exba
Wirtschaftlich schwierige Zeiten bekommen vor allem Gründer zu spüren - die Suche nach Kapital stellt für manchen Jungunternehmer gerade jetzt eine große Hürde dar. Die Exba Exchange for Business Angels GmbH hat eine Plattform entwickelt, die kapitalsuchende Unternehmen mit über 500 potentiellen Investoren (Business Angels, Venture-Capital-Gesellschaften und Family Offices) zusammenbringt. Gründer präsentieren hier ihr Geschäftsmodell und erstellen - ebenso wie die Investoren - ein Profil. Nach der Vorstellung bei den Investoren und dem Listing auf dem Marktplatz begleitet die Exba Gründer aktiv bei der Kapitalsuche. Neben der virtuellen Kontaktaufnahme präsentieren sich die Gründer auch auf Präsenzveranstaltungen.

www.exchangeba.com

Quelle: FAZ vom 19. April 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Geburtshilfekurs
Wer die deutsche Volkswirtschaft international wettbewerbsfähig halten möchte, muss "Querdenkern" und risikobereiten Unternehmensgründern eine Chance geben. Denn nur mit neuen Ideen kann man sich dauerhaft im Markt etablieren.


In der aktuellen wirtschaftlichen Situation bestimmen Pläne und Maßnahmen zur Senkung von Kosten das unternehmerische Handeln. Lieferanten werden gedrückt, Mitarbeiter abgebaut, Leistungen gekürzt. Nun gehört Kostenkontrolle zwar zu den Pflichtaufgaben eines Unternehmens, für nachhaltigen Erfolg ist das aber nicht genug. Denn Produkte und Dienstleistungen haben einen Lebenszyklus: Irgendwann - je nach Branche früher oder später - "sterben" sie, werden verdrängt und nicht mehr nachgefragt. Kommen keine neuen Produkte nach, stirbt auch das Unternehmen. Ebenso ist es bei Volkswirtschaften.

Deshalb sind Innovationen gerade auch in einer Krise für Unternehmen und Volkswirtschaften überlebenswichtig. Woher aber kommen Innovationen im Wirtschaftsprozess? Oft wird gesagt, der Mittelstand sei der Motor für Innovation. Diese Aussage ist sicher zu einfach, denn Innovationen kommen auch von großen Konzernen, und außerdem gibt es auch lethargische Mittelständler. Man muss deshalb differenzierter ansetzen. Im technologischen Bereich beispielsweise entstehen bahnbrechende Fortschritte in der Regel auf der Basis von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Beispiel Biomedizin
Diese Erkenntnisse werden dann von Erfindern zur Unternehmensgründung und -entwicklung genutzt. Ein Beispiel dafür sind biotechnologische Medikamente. Diese völlig neue und sehr erfolgreiche Art von Medikamenten wurde nicht in der etablierten Pharmaindustrie entwickelt, sondern kam über Unternehmensneugründungen auf den Markt. Die biotechnologische Industrie gilt mittlerweile als eine Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts. Sie ist ein Beispiel dafür, dass gerade bahnbrechende Innovationen selten in etablierten Unternehmen reüssieren. Andere Beispiele finden sich in der Energieerzeugung (Solarzellen) und in der IT-Industrie, wo Unternehmensgründungen in wenigen Jahrzehnten ganze Industriesektoren neu geschaffen haben. Große Unternehmen stehen weitreichenden Innovationen dagegen oft skeptisch gegenüber.

Ihre Kultur erträgt Querdenker nur in begrenztem Umfang. Für eine Volkswirtschaft sind diese Querdenker aber unverzichtbar, da sie technologische und wissenschaftliche Trends früher erkennen und in neue Produkte und wirtschaftliches Wachstum übersetzen. Bahnbrechende Innovationen stammten in der Vergangenheit oft von Unternehmensgründern und - zunächst noch - kleinen Unternehmen, die sich später zu Großkonzernen weiterentwickelten.

Das A und O: gute Wissenschaft
Doch in welchem Klima gedeihen solche innovativen und wachstumsstarken Unternehmen? Wie fördert man sie, damit auch die gesamte Volkswirtschaft weiter wächst? Eine erste Voraussetzung für Innovationen ist gute Wissenschaft. Daran mangelt es in Deutschland nicht. Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen, also der zumindest potentiell auch wirtschaftlich verwertbaren Wissenschaft, liegt Deutschland weltweit mit an der Spitze. Eine zweite Voraussetzung sind Unternehmer, insbesondere Gründer, die willens und dazu in der Lage sind, einen der schwierigsten Jobs in einer Volkswirtschaft zu übernehmen: ein Unternehmen mit neuen Produkten, noch aufzubauender Infrastruktur und ohne existierende Kundenbasis gegen beißende Konkurrenz bei hohem eigenen Risiko zu etablieren. Hier könnte Deutschland besser sein, insbesondere im Vergleich zu den Vereinigten Staaten, war aber auch schon mal schlechter. Dritte Voraussetzung ist die Finanzierung. Hier hat Deutschland heute ein Problem: Verglichen mit den Vereinigten Staaten, Frankreich oder Israel, gibt es hierzulande viel zu wenig Risikokapital für innovative junge Unternehmen. Will man das hohe Innovations- und Wachstumspotential Deutschlands nicht verschwenden, muss man an genau diesem Punkt ansetzen.

Dabei wird es nicht helfen, einfach nur mehr staatliche Mittel mit der Gießkanne über die Gründerszene zu streuen. Nötig ist vielmehr "smart money", also Kapital, das um die Risiken dieser speziellen Geldanlage weiß und deren Chancen durch unternehmerischen Einsatz zu steigern vermag. Es wird durch Business Angel und Venture-Capital-Gesellschaften bereitgestellt. Der Staat hingegen müsste die Rahmenbedingungen für derartige Investments attraktiver gestalten. Dabei geht es nicht nur um steuerliche Anreize, sondern auch um Transparenz, Berechenbarkeit und Bürokratieabbau. Sonst bleibt es weiterhin beinahe unmöglich, ausländisches Kapital für die Finanzierung von innovativen Gründungen anzuziehen, und Deutschland wird auch zukünftig den Löwenanteil des für Innovationsfinanzierung geneigten heimischen Kapitals an ausländische Märkte verlieren.

Quelle: Dr. Bernhard Schirmers, Partner, SHS Gesellschaft für Beteiligungsmanagement, Tübingen, FAZ vom 14. April 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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Viel Geld für gute Ideen
Börsenstars von morgen: Künstliche Knochen, Biokohle aus Pflanzenabfällen und Nachhilfe übers Internet - das sind neue Geschäftsideen, die Wagniskapitalgeber jetzt fördern. Anleger können daran sogar mitverdienen.

Der Satz "Not macht erfinderisch" kommt nicht von ungefähr: Gerade wenn die Wirtschaft mal nicht gut läuft, wird der Mensch kreativ und erfindet Innovationen, mit denen es bald wieder aufwärtsgehen könnte. Wenn man Tüftler und Gründer gerade dann unterstützt, kommen Technologien auf den Markt, die mal ganz groß werden. Aber gerade jetzt fällt es Gründern schwer, Kapital für eine Geschäftsidee zu bekommen.

Das wissen Wagniskapitalgeber. Deshalb unterstützen Traditionskonzerne wie Siemens oder RWE mit eigenen Venture Capital Fonds neue Ideen. Auch gestandene Manager stoßen mit ihrem Geld neue Gründer an. Natürlich nicht ganz uneigennützig: Jeder hofft, später gut mitzuverdienen. Auch Privatanleger handeln clever, wenn sie hinschauen, in welche Bereiche die Venture Capital Fonds ihr Geld stecken. Es könnten die Boombranchen von morgen sein.

Zwar kann man sich an den meisten Fonds nicht direkt beteiligen - es sei denn, man hat ein paar Millionen Euro übrig oder man wagt es, sich über Jahre an einen geschlossenen Fonds zu binden, dessen Geschäftserfolg komplett in den Sternen steht. Einer der ersten für Privatinvestoren zugänglichen geschlossenen Fonds, die neue Technologien finanzieren, ist etwa der Chorus Clean Tech Equity, doch auch der verlangt einen Mindesteinsatz von 10 000 Euro. Aber: Es gibt in Europa 150 Wagniskapitalgesellschaften, die an der Börse sind, weltweit sogar 250. Darunter die 3i Group, die Triangle Venture Capital Group oder die bmp AG. Wer also das Risiko nicht scheut, kann mit Aktien indirekt auf Gründer setzen - oder warten, bis die Wagniskapitalgeber die Firmen später an die Börse bringen.

Kommunikation
Fernsehen für unterwegs.

Der eine sieht gern den Sonntagskrimi, sitzt aber um diese Zeit auch gern mit Freunden beisammen. Der andere schaut gern Gerichtsshows, arbeitet aber, wenn sie laufen. Und der dritte mag ohne die stündlichen Nachrichten von den Weltbörsen nicht mehr leben, ist aber dummerweise ständig unterwegs. Ihnen allen kann geholfen werden: Auf der Internetseite der Firma dailyme.tv kann man das herunterladen, was viele Medienschaffende bisher noch als Zukunftsmusik abgetan haben: das eigene personalisierte Fernsehprogramm. Das deutsche Start-up hat schon rund 600 Sendungen von öffentlich-rechtlichen wie privaten Sendern im Programm. Aus der Liste wählen die Zuschauer diejenigen aus, die sie sich schicken lassen wollen und die werden ihnen dann aufs Handy gesendet. Internationale Nachrichten gibt es auch, aber keine ausländischen Shows oder Reportagen, das ist wohl eine Frage der Lizenzen. Für das Handyfernsehen-to-go erhebt der Erfinder, mando.tv, vom bewegten Zuschauer nicht einmal Abogebühren. Der Dienst finanziert sich über Werbeeinblendungen - ganz wie im richtigen Fernsehen. Die börsennotierte Venture-Capital-Gesellschaft bmp Media Investors setzt auf das Konzept, genau wie die IBB Beteiligungsgesellschaft, die den Fonds Technologie Berlin verwaltet, und die KfW.

Noch bewegt sich das mobile Fernsehen in einer Nische, aber Handyhersteller und Netzbetreiber wie Vodafone hoffen seit Jahren, dass es sich bald zu einem Massenmarkt entwickeln wird.

Medizintechnik
Dialyse für zu Hause.

Das Schlimmste für Patienten, die mit einem Nierenleiden zu kämpfen haben, war bisher, dass sie regelmäßig zur Blutwäsche ins Krankenhaus müssen. Das nämlich ist nicht nur mühsam, sondern schränkt den Bewegungsradius auch enorm ein. Deshalb klingt das neue Gerät der Firma Quanta für sie wie eine Erlösung: Die Firma baut Dialysegeräte, die klein und tragbar sind und dazu noch einfach zu bedienen. Die können Patienten mitnehmen und auch zu Hause einsetzen. Sie funktionieren über eine Kartusche, die regelmäßig ausgewechselt wird. Das Dialysegerät für daheim könnte zwei Millionen Menschen weltweit helfen, die mit einem schweren Nierenleiden leben. Bisher werden weniger als fünf Prozent von ihnen zu Hause behandelt. Einen 27 Milliarden Euro schweren Markt macht die Venture- Capital-Gesellschaft Wellington bei der Dialyse aus. Das war der Hauptgrund dafür, dass Wellington sich mit 10 Millionen an der britischen Firma Quanta beteiligte.

Gerade in den Bereich der Medizintechnik pumpen die Wagniskapitalgeber enorme Summen. In Deutschland kommt jedes fünfte früh geförderte Unternehmen aus diesem Bereich und noch einmal so viele aus der Biotechnologieecke. Schließlich wird in beiden Feldern sehr viel geforscht. Viele Start-ups sind daher auch Ausgliederungen aus Universitäten. Zu den innovativen Ideen in der Medizin zählen derzeit auch die künstlichen Knochen, die die britische Firma Apatech entwickelt. Sie wird finanziell angeschoben von der börsennotierten Venture-Capital-Gesellschaft 3i Group.

Software und IT
Spartipps fürs Konto.

Wie hoch die Monatsmiete für die Wohnung ist, könnten die meisten ja noch sagen. Aber wie viel geht eigentlich regelmäßig fürs Auto drauf? Für Essen, Kleidung oder das Telefon? Da wird es schon schwierig. Deshalb hat ein amerikanisches Start-up-Unternehmen ein Programm entwickelt, mit dem Nutzer ihre Finanzen besser im Griff haben sollen: Auf www.mint.com können Interessenten sämtliche Zugangsdaten zu Konten eingeben, zu Kreditkarten, Aktiendepots und Krediten. Mint bündelt die Daten, aktualisiert ständig die Eingänge und Abflüsse auf all diesen Konten und erstellt daraus eine genaue Finanzübersicht. Das Praktische: Anders als beim klassischen Haushaltsbuch muss keiner mehr Belege sammeln und Ausgaben mühsam aufaddieren. Das Programm gleicht alles auf Knopfdruck ab - ähnlich wie ein E-Mail- Programm alle Mails unserer elektronischen Postfächer bündelt. Mint warnt sogar, bevor man sein Konto überzieht oder wenn ungewöhnliche Abbuchungen auftreten, die vielleicht von Beträgern stammen könnten. Zudem ist das Programm auch noch kostenlos. Die Firma verdient daran, dass sie den Kontockecker an Banken verkauft, die ihn gratis an Kunden verteilen. Oder indem sie dem Nutzer Vorschläge macht, wo er Produkte oder Geldanlagen billiger bekommt. Dafür kassiert Mint eine Provision von den Banken und Geschäften, zu denen der Kunde wechselt. Das Programm, das es auch als iPhone-App gibt, schien Google Ventures so originell, dass die Wagniskapitalabteilung der weltgrößten Suchmaschine ihm 12 Millionen Dollar lieh.

Erneuerbare Energie
Biokohle aus Abfall.

Die Idee klingt erst mal unglaublich: Wurzeln und Hirsegräser sind eigentlich Teile von Pflanzen, die niemand wirklich braucht. Aber mit dem richtigen Verfahren lässt sich aus dieser Masse eine Biokohle machen, die zu Pellets gepresst wird und verbrannt werden kann - sogar in den herkömmlichen Kraftwerken, zusammen mit der üblichen Steinkohle. Auf die Geschäftsidee mit der Biokohle sind ein paar niederländische Firmengründer gekommen, und sie haben sich auch gleich die exklu- siven Rechte an einem Herstellungsverfahren für Biokohlepellets gesichert. Damit haben sie den RWE-Konzern bereits überzeugt. Dessen Venture- Capital-Abteilung RWE Innogy hat sich bereits zu 25 Prozent an der Firma Topell beteiligt, auch wenn niemand über die genaue Summe spricht. Denn im Vergleich zur klassischen Kohle haben die Pellets eine sehr hohe Energiedichte und deshalb lassen sie sich mit besseren Brennwerten verfeuern und stoßen dabei weniger CO2 aus, sagt RWE.

Auf umweltfreundliche Technologien und regenerative Energien setzen sehr viele Firmen. Die Biokohle gilt dabei als eines der innovativsten Projekte. Andere Venture-Capital-Geber wie Siemens fördern zum Beispiel Coulomb Technologies, einen Hersteller von Elektrotankstellen. Der Chorus Clean Tech Fonds hat sich vor allem auf die Finanzierung von Solarzellenherstellern spezialisiert, darunter die Firma Solarcentry. Sie stellt Fassadenelemente für Hauswände her, in die Solarmodule eingebaut sind. So speichern bald viele Wände Sonnenkraft.

E-Learning
Wissen für die Welt.

Lernen am Bildschirm - das klingt so, als wäre es nicht ganz neu. Aber auch im E-Learning- Bereich entwickeln junge Firmen viele Dinge, die das Zeug zur Bildungsrevolution haben könnten. Da wäre etwa das Konzept von Brightstorm: Die amerikanische Firma filmt Lehrer beim Unterrichten und stellt die Filme ins Netz. Allein 2000 Kurzvideos erklären Matheaufgaben von Kopfrechnen bis Algebra. Aber das ist nicht alles: Drumherum entsteht eine Plattform aus Foren, Tutorien, Lernmaterialien und Übungsaufgaben, die Schülern das Lernen erleichtern soll. Sie können Tests ablegen und gleich die Ergebnisse ansehen, andere um Hilfe fragen und sich ihren persönlichen Lehrplan zusammenstellen - und das für ein paar Dollar im Monat. über 100 000 Schüler nutzen das schon. Die Idee war der koreanischen Venture-Capital-Gruppe KTB und Silicon Valley Venture Capital ein paar Millionen Dollar Startkapital wert.

Geradezu revolutionär, so sagen E-Learning-Experten, könnte auch die Idee von Flatworldknowledge sein: Die Firma, die von KTB und Thomson Financial Venture mitfinanziert wird, stellt im Netz kostenlos Lehrbücher zur Verfügung. Dadurch sparen Schüler, Studenten und Eltern eine Menge Geld. Wer die Bücher nun doch lieber ausdrucken möchte, bezahlt dafür, aber nicht die Welt. Das Besondere: Jeder kann sich das Material auch kapitelweise zusammenstellen und sich so das Beste heraussuchen. Das könnte den Markt der Schulbücher neu aufrollen und Wissen verbreiten, als wäre die Welt doch eine Scheibe.

Quelle: VON NADINE OBERHUBER, FAZ vom 28. März 2010. Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

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BVK

Mittelständische Beteiligungsgesellschaften beweisen Stabilität in der Finanz- und Wirtschaftskrise
Die im Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zusammengeschlossenen Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften haben 2009 in einem schwieriger gewordenen Umfeld einen signifikanten Beitrag zur Stabilisierung mittelständischer Unternehmen geleistet. Insgesamt investierten die 15 Beteiligungsgesellschaften 137Mio. € in 406 mittelständische Unternehmen und unterstrichen damit die Rolle der Beteiligungsgesellschaften als Finanzierungspartner des Mittelstandes. Als Selbsthilfeeinrichtungen der Wirtschaft sind die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften als Kapitalgeber für den Mittelstand wettbewerbsneutral aufgestellt und sehr eng mit ihrer Region verbunden. Sie investieren vornehmlich in Form stiller Beteiligungen und ausschließlich im eigenen Bundesland. Als wichtiger Teil des deutschen Beteiligungsmarktes investieren sie vornehmlich in kleine mittelständische Unternehmen, aber auch in Unternehmensgründungen.

Auch wenn die Mittelständische Beteiligungsgesellschaften gegenüber dem Vorjahr (158Mio. € in 504 Unternehmen) rund 13 % weniger investierten, verlief das Geschäft angesichts der eingetrübten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesem Bereich des Beteiligungsmarktes noch vergleichsweise stabil. Dies beweisen auch die Genehmigungen, die mit 158 Mio. €/554 Beteiligungen ebenfalls nur leicht unter dem Vorjahreswert (168 Mio. €/591 Beteiligungen) lagen, aber das Investitionsvolumen übertrafen und damit einen positiven Ausblick auf das Jahr 2010 zulassen. Traditionell ist das Investitionsverhalten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften wesentlich von der Investitionstätigkeit des Mittelstands im Rahmen von Wachstumsprojekten und Kapitalverstärkungen geprägt. Die konjunkturelle Abkählung hat die Investitionstätigkeit und Wachstumspläne der Unternehmen hart getroffen, mit entsprechenden Auswirkungen auf die Aktivitäten der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften. So rückte die Stabilisierung der Portfoliounternehmen im Jahr 2009 stärker in den Vordergrund. Hier profitierten zahlreiche Mittelständler auch von der engen Zusammenarbeit mit den Bürgschaftsbanken.

Partner und Impulsgeber des Mittelstandes

Die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften unterstützen den deutschen Mittelstand seit fast 40 Jahren und haben sich zu einem wichtigen Partner entwickelt. Seit ihrem Bestehen finanzierten die Gesellschaften rund 11.000 mittelständische Unternehmen mit mehr als 3,3 Mrd. €. Dabei bauten die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften ihre Aktivitäten in den letzten zehn Jahren sukzessive aus, was auch auf die gestiegene Bedeutung und Akzeptanz von Beteiligungskapital bei den Unternehmen zurückzuführen ist. Hielten sie im Jahr 2000 noch 2.400 Beteiligungen mit über 860 Mio. €, waren es 2009 bereits 3.240 Unternehmen mit einem Volumen von rund 1,2 Mrd. €. Diese Unternehmen beschäftigen rund 245.000 Mitarbeiter und wiesen einen Umsatz von 30 Mrd. - aus. Ihren Erfolg verdanken die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften der konsequenten Ausrichtung an den Finanzierungsbedürfnissen des Mittelstandes. Zudem erweiterten viele ihr Beteiligungsangebot für junge Technologieunternehmen und starteten Programme zur Förderung von Unternehmensnachfolgen im Mittelstand.

Ausblick

Bei vielen Unternehmen werden die Jahresabschlüsse 2009 deutliche Spuren der Krise aufweisen, was sich auf die Ratingeinschätzungen der Banken auswirken wird. Das wird den Zugang zu Fremdkapital weiter erschweren und auch verteuern - teilweise mit existenziellen Folgen für viele Unternehmen. Eine ausreichende Eigenkapitalausstattung kann hier Härten verhindern, weshalb die deutschen Beteiligungsgesellschaften und mit ihnen die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften auch für 2010 keinen Rückgang der Nachfrage nach Beteiligungskapital erwarten. Deshalb wird von einem Anstieg der Investitionen ausgegangen. Zusätzliche Impulse für die eigene Geschäftstätigkeit erwarten die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften zudem vom Konjunkturpaket II der Bundesregierung und dadurch, dass beihilferechtliche Restriktionen, die das Geschäftsmodell der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften in den letzten Jahren belastet haben, Ende 2009 weitgehend entfallen sind.

Hintergrundinformationen

Die ersten Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften wurden zu Beginn der 70er Jahre als Selbsthilfeeinrichtung der Wirtschaft gegründet. Die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften investieren vornehmlich in Form stiller Beteiligungen und ausschließlich im eigenen Bundesland. Sie refinanzieren sich i.d.R. aus dem ERP-Beteiligungsprogramm der KfW und übernehmen als öffentlich refinanzierte Beteiligungsgesellschaften Förderaufgaben. Aktuell gibt es in jedem deutschen Bundesland eine Mittelständische Beteiligungsgesellschaft, wobei Berlin und Brandenburg eine gemeinsame Gesellschaft haben.

Quelle: BVK vom 12. März 2010. Alle Rechte vorbehalten.

 

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